Ein elektromagnetisches Wechselfeld entsteht erst, wenn Strom durch das Kabel fließt. Die Größe dieses Feldes ist abhängig von der Größe des fließenden Stromes. Verseilte Kabel und Leitungen schwächen diese Felder erheblich ab, da sich ihre Wirkungen teilweise gegenseitig aufheben. Freileitungen und Stegleitungen dagegen vergrößern diese Felder wegen des großen Leiterabstandes erheblich. Nach der VDE-Vorschrift 0848 ist eine magnetische Flu8dichte von 5000 Nanotesla (nT) für Menschen dauernd zulässig. Auch hier sind wieder 20 nT der elektrobiologische Richtwert. Hunderte von elektrobiologischen Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits ab 30 Nanotesla die ersten reversiblen Störungen beim Menschen auftraten. 

Was muss bei der Ausführung einer elektrobiologischen Hausinstallation beachtet werden? 
Der erste Schritt beim Planen eines neuen Wohnhauses unter elektrobiologischen Grundsätzen beginnt bereits bei der Wahl des Bauplatzes. Hierbei muss besonders darauf geachtet werden, ob sich Hoch- oder Niederspannungsleitungen oder auch Erdkabel in der Nähe oder sogar auf dem Grundstück befinden bzw. geplant sind. Angaben wie Lagepläne, Spannungsangaben usw., erhalten Sie von Ihrem zuständigen Energieversorgungsunternehmen. Außerdem sollten Sie auf Funk- und Richtfunkanlagen in der Nähe Ihres zukünftigen Domizils achten. Denn sind auf dem vorgesehenen Bauplatz bereits Felder nachweisbar, dann empfiehlt es sich, auf ein ungestörtes Grundstück auszuweichen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, müssen bei der Grundrissgestaltung verschiedene Punkte beachtet werden. Die Heizungsanlage mit Tank sollte niemals unter den Schlafräumen liegen; am besten so weit wie möglich davon entfernt. Auch der Zählerschrank und eventuelle Unterverteilungen sollten nicht in und an Schlafzimmerwände, darüber oder darunter montiert werden. Ebenso sollten alle Ver- und Entsorgungsleitungen wie Wasser-, Heizungsrohre und Kabel weder durch, noch unter oder über den Schlaf- und Ruheräumen gelegt werden. Man sollte sich in dieser Planungsphase sehr genau überlegen wo und wie viel Anschlüsse gebraucht werden. 
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Art des Hausanschlusses. Durch einen Dachständeranschluss können in den oberen Räumen sehr starke elektromagnetische Wechselfelder auftreten, die nicht ab- geschirmt werden können. Darum ist in jedem Fall dem Erdkabelanschluss der Vorzug zu geben. 


Bei Ausführung einer elektrobiologischen Hausinstallation muss das Haus in 3 Zonen oder Bereiche aufgeteilt werden. Diese müssen unterschiedlich behandelt werden. Der erste und wichtigste Bereich ist der Schlaf- und Ruhebereich. Dieser muss grundsätzlich von Feldschaltautomaten (bekannter unter der Bezeichnung Netzfreischalter), vor allen Dingen in der Nacht freigeschaltet werden. Hier sollte man sich auf das absolut notwendige an Kabeln und Anschlüssen beschränken. Die Stromkreise können in ganz normalen NYM-Leitungen ausgeführt werden, es müssen keine abgeschirmten Kabel verwendet werden. 

 

Der zweite Bereich sind alle übrigen Räume, die nicht zum Schlafen und Regenerieren gehören. Hier ist es unumgänglich, alle Leitungen die auch nur in die Nähe von Zone eins verlegt werden müssen, als abgeschirmte Leitungen zu verlegen. Auch empfiehlt sich hier der Einsatz von abgeschirmten Dosen. Lampenleitungen, die in der Decke des Erdgeschosses unter dem Bereich eins verlegt werden müssen, sollten mit 2poligen Schaltern geschaltet werden. Auch hier gilt wieder, wie schon bei den Hauptleitungen, lieber einen Umweg zu machen und damit längere Leitungen in Kauf zu nehmen als zu nahe an die Schlaf- und Ruhebereiche zu gehen. Denn abgeschirmt wird nur das elektrische Wechselfeld, aber nur dann, wenn die Abschirmung der Kabel auch einwandfrei miteinander verbunden und geerdet wurde. Das elektromagnetische Wechselfeld kann durch diese Maßnahme nicht abgeschirmt werden, mit der richtigen Auswahl des Materials kann es aber möglichst klein gehalten werden. Bei der Kabelwahl sollte unbedingt auf die Schlaglänge je Meter (Anzahl der Verseilungen pro Meter Kabellänge) geachtet werden. Ein guter Wert ist hier 6,25/m. In den Räumen die weiter entfernt von der Zone eins liegen, mindestens ein Raum dazwischen, kann sogar auf abgeschirmtes Installationsmaterial verzichtet werden. In der Zone eins und nach Möglichkeit auch in der Zone zwei müssen die Stromkreise frei von Dauerstromverbrauchern gehalten werden. Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der Elektroinstallation ergibt eine Messung die tatsächlichen Werte, anhand dieser eventuell zusätzliche Maßnahmen durchgeführt werden müssen. 


In die Kategorie 3 fallen alle unzähligen Dauerstromverbraucher. Darunter fallen alle Geräte mit Digitaluhren, z.B. E-Herde, Mikrowellengeräte, Videorecorder, Radios und auch alle Geräte die mit Ladegeräten versehen sind, wie z.B. Zahnbürsten, Mundduschen, Staubsauger, Quirl usw. und darüber hinaus Trafos von Sprech- und Klingelanlagen oder Antennenverstärker. Auch alle Kühl- und Gefriergeräte sind Dauerstromverbraucher. 

Diese Geräte können von Feldfreischaltern aus verschiedenen Gründen nicht geschaltet werden. Diese Verbrauchergruppen müssten über eigene Stromkreise versorgt werden, die am besten abgeschirmt ausgeführt und im großen Bogen um die Schlaf- und Ruheräume verlegt werden. Ein besonderer Punkt der noch beachtet werden muss, ist eine den VDE- und DIN-Vorschriften gerechte Erdung. Der Fundamenterder soll nicht als Ringerder ausgebildet sein, sondern zwischen den Enden soll ein Abstand von 1 - 2 Metern eingehalten werden. 


Was kostet eine elektrobiologische Hausinstallation? 
Die Kosten für eine normale Hausinstallation belaufen sich bei einem einfach ausgestatteten Reihenhaus auf ca. 3.000 Euro bis ca. 10.000 Euro bei einem umfangreich ausgestatteten Einfamilienhaus. Das bedeutet, die Kosten einer Elektroinstallation liegen pro m2 Wohnfläche zwischen 20 Euro bis zu 40 Euro. Eine elektrobiologische Hausinstallation kostet in der vorher beschriebenen Ausführung ca. 30 bis 50% mehr. Das bedeutet Mehrkosten von ca. 1.500,00 bis 5.000,00 Euro je nach Umfang und Größe des Hauses. 

Setzt man diese Mehrkosten für eine elektrobiologische Hausinstallation in Relation zu den gesamten Baukosten, so ergibt sich ein geringer Betrag, der sich zum einen in anderen Dingen leicht einsparen lässt und zum anderen dessen Nutzen, in Form eines gesteigerten Wohlbefindens, unbezahlbar ist. 

Dieser Kostenrahmen kann jedoch nur unter Einhaltung der Bedingungen gelten, dass dem Elektroinstallateur für ein Kostenangebot und später zur Ausführung, eine exakte Planung vorliegt, die vom Elektroplaner in Abstimmung mit dem Architekten und Bauherrn ausgearbeitet und getragen werden muss. Darüber hinaus ist es nur aufgrund dieser exakten Elektroplanung möglich, das gewünschte Ziel das von einer elektrobiologischen Hausinstallation erwartet wird, nämlich in den Schlaf- und Ruheräumen eine möglichst entspannte Atmosphäre zu schaffen, zu erreichen. 

Zusammenfassung 
Die richtige elektrobiologische Hausinstallation ist ein wichtiger Baustein für ein gesundes Leben, das man sich auch mit bescheidenen Mitteln leisten kann. Aufgrund vieler elektro- und baubiologischer Haus- und Schlafplatzuntersuchungen zeigt die Erfahrung, dass bei vielen nach Beseitigung der physikalischen Felder oft eine rasche gesundheitliche Besserung mit einer Steigerung des Wohlbefindens eintritt. 
Es gibt natürlich auch andere Störungen, wie z.B. Wasseradern, Verwerfungen usw. Was aber von vielen Rutengängern irrtümlich als Wasserader bezeichnet wird, sind in vielen Fällen elektrische oder magnetische Felder.
Die derzeit gültigen Grenzwerte für die elektrischen und magnetischen Wechselfelder sind so hoch angesetzt, dass sie nicht einmal unter Höchstspannungsleitungen erreicht werden. Diese Werte werden sich in den nächsten Jahren erheblich nach unten bewegen, da immer mehr Menschen unter den Auswirkungen dieser Felder erkranken, und der Staat irgendwann dem Druck der Elektrobiologie nachgeben muss. 
Es bildeten sich in letzter Zeit Vereinigungen, die sich mit dem Thema der elektrischen Felder und ihren schädlichen Auswirkungen beschäftigen. So z.B. die Selbsthilfegruppe für Elektrosensible oder auch der Arbeitskreis Elektrobiologie e.V. Was aber jeder für sich selbst tun kann, ist die eigene Wohnumwelt so gesund und natürlich wie möglich zu gestalten. Dazu trägt eine elektrobiologische Hausinstallation in ganz besonderem Maße bei. Hierbei sei nochmals erwähnt, dass diese nur zum Erfolg führen kann, wenn bereits bei Beginn der Planung Architekt, Bauherr und ein elektrobiologisch versierter Elektroplaner "Hand in Hand" arbeiten. 

Claus Eggersdorfer 
Auszug aus der Zeitschrift "Gesünder Wohnen"